RWTÜV-Stiftung: Innovationen für Nachhaltigkeit und Sicherheit

„Technische Überwachung, Sicherheit, das Bewahren der Umwelt … dies sind alles Themen aus dem Herzen der TÜVs, das heißt seit 150 Jahren in unserer DNA. Im RWTÜV und vor allem mit der RWTÜV Stiftung verbinden wir diesen Ursprung mit der Zukunft, also mit Forschung, Wissenschaft und Innovation.“

Dr. Fabian Fechner, stellvertretender Vorsitzender der RWTÜV Stiftung.

Seit 2007 fördert die RWTÜV Stiftung und Stifter RWTÜV e.V. Forschung, Wissenschaft und Bildungsmaßnahmen auf institutioneller Ebene. Hochschulen und andere Einrichtungen für Forschung und Lehre erhalten Zuwendungen von Vorstand und Kuratorium zur Erfüllung des Stiftungszwecks. 2022 wurde die Satzung ergänzt, um dem Gemeinwohl dienenden Einrichtungen Fördermittel zusprechen zu können. Außerdem erwirkte der Vorstand der RWTÜV Stiftung, bestehend aus Thomas Biedermann und Dr. Fabian Fechner, dass auch Zuwendungen an zukunftsweisende Lehrstühle realisiert, eigene Ausschreibungen erstellt sowie die Förderung von Bachelor- und Master-Thesen ermöglicht werden können.

Denn der demografische Wandel in Kombination mit einem wachsenden Fachkräftemangel fordert einen Dienstleistungskonzern wie den RWTÜV auf besondere Weise heraus. Ebenso stellen ein rasanter und teilweise disruptiver Wandel in Baubranche, Automobil- und Telekommunikationsindustrie, auf dem Energiemarkt und der digitalen Welt die Unternehmen der RWTÜV Gruppe auf die Probe. „Dem setzen wir ein intensives Fördern innovativer Ideen sowie von Wissenschaft und Forschung in für unsere Geschäftsbereiche wichtige Themen entgegen, um die Zukunft und unseren Erfolg aktiv zu gestalten!“, formuliert Vorstandsvorsitzender Thomas Biedermann die Ambitionen der Stiftung.

Durch die Änderung des Stiftungszwecks vor einigen Jahren kann auch die internationale Ausrichtung des Konzerns verstärkt abgebildet werden, der zu über 60% seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. In den vergangenen Jahren wurden daher auch Förderprojekte innerhalb von EU und Großbritannien auf den Weg gebracht.

Kontinuität besteht hingegen beim Kuratorium, es setzt sich weiterhin aus den Mitgliedern Ulrich Kanders, Dr. Peter Sauermann, Elisabeth Bienbeck-Ketelhohn, Dr. Hans Christian Atzpodien, Prof. Dr. Barbara Albert, sowie Prof. Dr. Katharina Kohls (PhD) zusammen.

Die Kooperation mit der UDE Universität Duisburg-Essen, im Rahmen derer zwölf Stipendiaten in den Fächern Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und IT unterstützt werden, läuft erfolgreich weiter. Die geförderten Studentinnen und Studenten unter anderem aus Afrika, dem Mittleren Osten, Asien und natürlich auch Deutschland und Europa werden nicht nur wie sonst üblich für ein Jahr, sondern drei bis vier Jahre, vom ersten Semester bis zum Studienabschluss gefördert, und bei der Suche nach Praktikumsplätzen, Werkstudentenjobs, Bachelor- und Masterarbeitsplätzen und last but not least bei der Berufswahl unterstützt.

An der Universität Maastricht fördert die RWTÜV Stiftung eine Auslandspromotion in unmittelbarer inhaltlicher Verbindung mit den Tätigkeiten von Tochter Van Ameyde. Im Fachbereich „Internationales Versicherungsrecht“ entsteht eine juristische Arbeit zum Thema grenzüberschreitende Versicherungs- bzw. Schadensabwicklung. Im Fokus: Die 1965 unter Mitwirkung von Van-Ameyde-Gründer Henri van Ameyde entwickelte „Grüne Karte“, und wie sie erfolgreich in eine globalisierte und digitalisierte Zukunft innerhalb und außerhalb der EU überführt werden kann. Die „Grüne Karte“ ist ein in vielen Ländern anerkannter Nachweis für eine Haftpflichtversicherung für ein Fahrzeug, und deckt Schäden (z.B. durch Unfälle) durch den Versicherten gegenüber Dritten ab.

An der University of Liverpool geht unter Förderung durch die RWTÜV Stiftung ein sogenanntes „Kritisches Experiment“ weiter. Es geht um die experimentelle Kontrolle der korrekten Beladung eines Kernreaktors mit Kernbrennstoff, im Promotionsfall für die Etablierung einer Energiequelle der Zukunft, den Small Modular Reactors. Damit handelt es sich um eine unerlässliche Zukunftstechnologie aus dem Betätigungsfeld von RWTÜV Beteiligungsunternehmen TÜV NORD. An der TUM, der Technische Universität München, läuft ebenso eine von der RWTÜV Stiftung begleitete Promotion zum Thema Energieerzeugung, klassische Handlungsfelder der RWTÜV Töchter CONSULECTRA und Enoplan. Hier wird ein Salzschmelze-Speicher erforscht, der als skalierbarer netzbasierter Energiespeicher dienen soll, um die Balance des gesamten Energiesystems zu gewährleisten. Salzschmelze kann Überschussstrom aus dem Netz aufnehmen und wieder abgeben, je nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt.

Im von der RWTÜV Stiftung und der NRW-Regierung geförderte Forschungsprojekt der ewa – eurobits women adacemy schlossen knapp zwanzig Probandinnen in zwei Gruppen die Qualifizierung von Quereinsteigerinnen zu Cybersicherheitsexpertinnen erfolgreich ab. Sie erhielten von NRW-Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Mona Neubaur bei einer feierlichen Abschlussveranstaltung ihre Zertifikate. Durch einen praxisnahen Ansatz wurden via Online- und Präsenz-Workshops mit acht Lernmodulen Schlüsselkompetenzen in IT-Sicherheit und Cybersecurity vermittelt, die in Zeiten der steigenden digitalen Bedrohungslage auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt werden. Die RWTÜV Stiftung begleitet den Abschluss der Erprobungsphase und die Überführung in ein kommerzielles Angebot, damit dieses geförderte Projekt auch in die Unternehmenswelt überführt wird. „Wir hoffen, dass noch viele Teilnehmerinnen an der Weiterbildung in diesem für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Thema teilnehmen und der Frauenanteil in der IT Sicherheit deutlich steigt“, wünschen sich Thomas Biedermann und Dr. Fabian Fechner.